Dichten mit Flüssigdichtung bzw. Dichtmasse
- Miss Daisy
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Dichten mit Flüssigdichtung bzw. Dichtmasse
29 Jan. 2026 12:44 - 29 Jan. 2026 12:58aus gegebenen Anlass möchte ich das Thema Abdichten vom Zylinderkopf mit Silikon nochmals aufnehmen.
Neuartige Flüssigdichtungen werden verwendet um vor allem vorübergehend Motoren abzudichten. Das gilt in der Regel bei Alltagsfahrzeuge.
Da meine Oldies wenig laufen befürchte ich keine großen Schwierigkeiten da die Dichtmassen hohe Belastungen, Öl und Temperatur standhalten.
Bleibe trotzdem gespannt...
Im WELT-Bericht könnt ihr so einige nachlesen.... Zylinderkopfdichtung-Dichtmittel Test und Vergleich 2026 | WELT.de
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Darüber hinaus werden Zylinderkopfdichtungen mit angespritzten Silikondichtungen angeboten um eine bessere Dichtigkeit zu erlangen.
Wenn das Flüssigsilikon - wie ich es gemacht habe - an der ähnlichen Stelle angebracht wird, siehe ich keinen großen unterschied.
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Ich freue mich auf die Diskussion ... Grüße, Jclaude
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- 369600coupe
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Re: Dichten mit Flüssigdichtung bzw. Dichtmasse
29 Jan. 2026 22:05 - 30 Jan. 2026 10:23jup, versprochen wird immer viel. Das dies aber nicht immer (dauerhaft) funktionieren muß sieht man an folgender Dichtung eines Motorades, welche, dem Bericht nach, sich nach kurzer Zeit als schadhaft erwies, und genau an den Stellen der Ölbohrungen, welche durch Silikonringe abgedichtet werden sollten. Die sind teils abgerutscht und in die Öldrainage geraten.
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Richtiges oder falsches Anzugsmoment mal dahingestellt.
Unsere Dichtungen sind ja relativ einfach aufgebaut und haben im Original mit den platten Metallringen zur Brennraumabdichtung und dem Weichstoff zur restlichen Bohrungs- und Flächenabdichtung nicht mehr zu bieten, es sei denn bei bewußt verbesserter Nachfertigung.
Heutige Kopfdichtungen sind materialtechnisch weitaus komplexer aufgrund höherer Duckverhältisse. So sind die zusätzlich verwendeten Elastomere (auch Silikone) präzise und an den geigneten Stellen im Siebdruckverfahren aufgebracht.
Beim Zündvorgang wird in jedem Zylinder der Dichtspalt des Brennraumes in Hubrichtung verformt (bei modernen Motoren zwischen 2-10µm), zusätzlich kommen, je nach Aufbau, Schiebebewegungen in Querrichtung zustande, weiter auch durch materialabhängige Wärmespannungen.
Und das alles funktioniert nur bei sauberen, plannparallelen Dichtflächen und abgestimmter Zylinderkopfdichtung!
Du gehst von einer korrosionsgeschädigten Oberfläche aus und versuchst dies über zusätzlichen, zumal undefinierten Auftrag von flüssiger/pastöser Silikonmasse (selbst ein Dosimeter würde mir hierbei nicht ausreichen) eine Ausgleich zu schaffen.
Gleichzeitig verändert sich beim Anzug die Flächenpressung (an den Metalldichtungen generell am höchsten) auf die restliche Fläche - mit welchem Beitrag für die gesamte Systemverspannung?
Sorry, aber ich gebe dem System leider keine Langzeiterfolge.
Schraubergrüße
Rolf
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- Miss Daisy
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Re: Dichten mit Flüssigdichtung bzw. Dichtmasse
30 Jan. 2026 11:07 - 30 Jan. 2026 13:00vielen Dank.
Als erstes möchte ich sagen, dass wenn der Zylinderkopf nicht so ausgeschaut hätte, ich niemals die Flüssigdichtung zusätzlich aufgetragen hätte.
Zweitens, durfte ich bereits sehr viele Dichtungen und Klebungen beruflich begleiten... Flugzeug-, Fahrzeugbau.... da sind Klebungen drin die niemand für möglich gehalten hätte.
Meine Erfahrung mit Kleben, ich meine industriellem Kleben gibt mir nach 30 J. immerhin viel Unterstützung, dass es klappen könnte. Wie geklebt wird, weiß ich.
Nun, hatte ich mich überlegt welche Alternativen ich habe... ein neuer oder gebrauchter Zylinderkopf gab es nicht...
Vielleicht kannst du (und/oder auch ihr) unter diesem Gesichtspunkt neu überlegen, welche Möglichkeiten ich gehabt hätte(s)t? Die auch Ökonomisch Sinn ergeben?
Den Motor wegwerfen oder einen Isabella einbauen waren zunächst keine Optionen für mich... zu einfach.
Grüße, Jean-Claude
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- borgideluxe
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Re: Dichten mit Flüssigdichtung bzw. Dichtmasse
30 Jan. 2026 15:45 - 30 Jan. 2026 18:08ich kann verstehen, dass man bei einer nicht so genialen Oberfläche auf die Idee kommt, ein zusätzliches Dichtmittel zu verwendet,
was dafür sorgen soll, dass die Wasser- und Öl- Kanäle getrennt bleiben und sich Wasser und Öl nicht miteinander vermischen können.
Ich denke mal, dass der Kompressionsbereich mit den Weißblechringen nicht das Thema ist.
Ich muss auch zugeben, ich habe es auch schon gemacht.
Allerdings musste ich dabei erfahren, dass zu viel des Guten sehr negative Auswirkungen haben kann.
Raupen mit Dichtmittel (wie auf dem Bild) würde ich nicht machen.
Das Material muss ja beim Andrehen des Zylinderkopfes irgendwo hin und leicht kann es vorkommen, dass das Dichtmittel da
landet wo es nicht hingehört und die Bohrungen der Wasser und Öl- Öffnungen ungewollt verstopft werden.
Ich bin hergegangen und habe das Dichtmittel bis auf den Kompression Bereich (mit den Weisblechringen) mit einem Pinsel
ganz dünn aufgestrichen. Anschließend mit einem Stück M6er Gewindestange abgezogen, sodass die ganze Fläche die gleiche
Stärke von Dichtmittel hatte. (Abgezogen ähnlich wie mit einem Zahnspachtel)
Es war dicht und ist bis heute noch dicht.
Die Frage ist natürlich, ob das notwendig ist.
Heute nimmt man Composite-Kopfdichtungen, Dichtmaterial gefertigt aus einem Trägermaterial
(meist mit innenliegender Metallverstärkung/Trägerblech/Gittereinlage),
welche dann im Bereich der Brennräume zusätzlich mit Metall (Kupfer oder Weißblech,…) eingefasst werden.
D.h. es gibt IMMER zwei unterschiedliche Stärken im Zuge der Produktion, einerseits die Materialstärke des
Trägermaterials und andererseits die Stärke im Bereich der Metalleinfassung.
Da unter der der Metalleinfassung das gleiche Trägermaterial wie bei der restlichen Dichtung verwendet wird,
ist in diesem Bereich die Gesamtstärke die Summe von „Materialstärke Trägermaterial“ + „2x Materialstärke des
Metalls der Brennraumeinfassung“
Die dünnsten Metalle für Einfassungen sind 0,1 mm dick, sodass bei einem Dichtungsmaterial von angenommenen
1,5 mm beidseitig noch die Metalleinfassung von 2x0,1 mm
dazu kommen, sodass in diesem Bereich im UNGEPRESSTEN Zustand eine Gesamtstärke von 1,7 mm vorhanden ist.
Ein minimaler Auftrag eines Dichtmittels (wie oben beschrieben) könnte zusätzlich verhindern, dass sich
Wasser und Öl miteinander vermischen.
Aber das Material einer neuen Dichtung klebt förmlich an der Fläche und ich glaube, dass bei einer einigermaßen sauberen
Oberfläche es ohne Dichtmittel auf jedenfall dicht wird.
Daher wäre für mich die Alternative, den Zylinderkopf bei einem Motorbauer planen lassen und auf ein zusätzliches Dichtmittel zu verzichten.
Beim Wechseln einer Kopfdichtung hatte ich emense Arbeit damit, die Reste der Kopfdichtung vom Kopf und vom Motorblock
runter zu bekommen, so gut waren sie mit einander Verklebt. Das Ganze ohne zusätzliches Dichtmittel.
Meine Meinung zum Thema.
Schöen Grüße
Joachim
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der C.F.W. Borgward IG e.V.
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- xs650
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Re: Dichten mit Flüssigdichtung bzw. Dichtmasse
30 Jan. 2026 15:52ich habe ein paar Jahre als Motorenschlosser gearbeitet und mehrere Versuche von Schraubern gesehen welche zusätzlich mit Dichtmitteln gearbeitet haben. Nachdem ich zur Reparatur die Dichtungen und die Dichtmasse entfernt habe, eine neue Dichtung eingebaut habe war alles gut. Die Kopfschrauben gut säubern und am Kopf und Gewinde gut ölen ist obligatorisch. Man sollte die Schrauben später auch noch einmal auf das Anzugsmoment wg. Setzung der Dichtug prüfen.
Ich habe Deinen Zylinderkopf nicht gesehen, ggf. könnte man den weiter planen und eine dickere Kopfdichtung als Sonderanfertigung einbauen.
Gruß
Volker
Die von Dir oben angeführten Mittelchen sehe ich als Notlösung für unterwegs.
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- Miss Daisy
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Re: Dichten mit Flüssigdichtung bzw. Dichtmasse
30 Jan. 2026 18:17 - 30 Jan. 2026 18:39Die tiefsten Stellen waren bis zu 2,2 mm tief. Ich habe mit mehreren Kopfdichtungsherstellern gesprochen und generell waren sie alle eher nervös eine entsprechende Stärke zu produzieren. Keiner wollte die Funktion gewährleisten.
Somit habe ich die Notwendigkeit Flächen um die Brennkammern so planiert, dass ich max. 0,15 mm abtragen musste.
Wie mann Raupen aufträgt um die gewünschte Fläche nach dem Verpressen zu erreichen, kenne ich aus dem FF. Habe dafür eine Schablone gebaut und Spezialpumpen für Mikro-Dosierung meiner Ex-Firma eingesetzt.
Mir ist wichtig, dass wir hier nicht nur die alten Weisheiten vertreten - die auch sehr gut sind - sondern offen bleiben für neue Wege - sofern sie vernünftig sind.
Ich versuche es wie bereits beschrieben und werde sicherlich berichten.
Grüße. Jclaude
P.S. die Schrauben habe ich nicht extra abgedichtet.
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- 369600coupe
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Re: Dichten mit Flüssigdichtung bzw. Dichtmasse
30 Jan. 2026 18:38 - 30 Jan. 2026 18:41ist doch klar das du alles probieren willst/musst um den raren Motor irgendwie zu retten.
Aber hier wurde ja eine Diskussion eingefordert, die ja schließlich nicht dazu dienen soll jemanden Honig um den Mund zu schmieren, sondern Ansichten nach eigener theoretischer Einschätzung und besser noch widerfahrener Praxis für den Fall zu erörtern.
Wenn*s über längere Zeit klappt - Super! - Nachahmer dürfen Hoffnung schöpfen, wenn nicht, dann Aufand und Enttäuschung gespart.
Ich stand bei unserem Audi Cab. Bj. 95 ( damals Alltagsfahrzeug und täglich dringend gebraucht; heute noch im Bestand ) vor einem ähnlichen Problem und tatsächlich, zumindest vorübergehend, auch mit dem Rücken an der Wand, wenn es um eine schnelle Lösung ging.
Die Kopfdichtung blies durch in den Wasserbereich.
Ursache: Korrossion im Zylinderkopf, exakt unter dem Blechring der Kopfdichtung eines Zylinders. Sieht man am Abdruck im Bild.
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Erste Wahl war damals einen Ersatzkopf für den 2L-Motor zu finden, was seinerzeit schier möglich erschien, da für die größeren Motoren mehr im ET-kreislauf zu finden war. Egal.
Ich entschied mich dann mit 2-Komponenten Material (Power Metall, Knetstahl.. was auch immer) dem lokal begrenztem Lochfraß zu entgegnen. Das Loch wurde ausgefräst, leicht hinterschnittig schräg angebohrt, damit das Material sich entsprechend festkrallen kann.
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Anschließend fein plan verschliffen und wieder montiert
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Und was soll ich sagen, hielt für ein paar tausend km, ja, danach der selbe Effekt. Das zusätzliche Material wurde irgendwann durch den Druck wieder ausgespült.
Es war weder die richtige Reparaturmethode hierzu, da gänzlich die Materialhomogenität des Kopfes verfehlt wurde und durch Druck und Spannungen das ganze ad absurdum geführt wurde. Das war eben halt nur etwas für statische Reparaturfälle! Aber, man hatte es zumindest versucht. Zweifel im Vorfeld nicht ausgeschhloßen.
Zwischenzeitlich hatte ich einen einwandfreien Ersatzkopf beschaffen können, also zurück zum Anfang und richtig gemacht.
Das ist zwar ein etwas anderer Fall, soll nur sagen, dass man auch eigene Versuche unter widrigen Umständen startete, unter dem Prinzip Hoffnung. Manchmal eben auch zusätzlich unter gewissen Sachzwängen- hier die Zeit, in deinem Fall leider das fehlen von möglichen Alternativen.
Ich wünsche dir das du dabei ein gutes Händchen behälst!
Schraubergrüße
Rolf
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Re: Dichten mit Flüssigdichtung bzw. Dichtmasse
30 Jan. 2026 19:05schau doch mal hier nach ob das eine wirtschftliche Alternative sein kann. Hab da direkt an der Kopfdichtungsfläche aber keine Arbeiten sehen können. www.redhead-zylinderkopftechnik.de/zylinderkopf-schwei%C3%9Fen
Schraubergruß
Rolf
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- Miss Daisy
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Re: Dichten mit Flüssigdichtung bzw. Dichtmasse
30 Jan. 2026 19:27habe 2 Angebote jeweils um 2800€ je nach Aufwand auch mehr für das Schweißen erhalten.
Das bleibt mir nur noch wenn meine Lösung (für 30€) nicht hält.
Danke dir. Grüße. Jclaude
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Re: Dichten mit Flüssigdichtung bzw. Dichtmasse
30 Jan. 2026 20:12Nur...die Kosten waren nicht einmal 1/10 von 2800 Teuro.
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- Miss Daisy
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Re: Dichten mit Flüssigdichtung bzw. Dichtmasse
30 Jan. 2026 22:00Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
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Re: Dichten mit Flüssigdichtung bzw. Dichtmasse
30 Jan. 2026 22:10 - 30 Jan. 2026 22:14Schade, daß ich keine Bilder davon gemacht habe...war aber nur ein neuer Renault von 1997... Der lief vorher in Süditalien - also nur mit Wasser. Sogar ich hielt das Ding für irreparabel - aber das Auto läuft seit einem halben Jahr ohne Probleme.
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